Deutschland tritt mit dem Anspruch an, nach dem frühen Ausscheiden 2018 und 2022 wieder an die Weltspitze anzuknüpfen. Trainer Julian Nagelsmann leitet seit September 2023 die Nationalmannschaft. Das historisch besondere Duell in Gruppe E: Deutschland trifft auf WM-Debütant Curaçao – das kleinste Land im Turnier. Die vier Titel verpflichten.
Die Torhüter Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026
Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte drei Keeper für die DFB-Auswahl: Manuel Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel. Deutschland gehört zu den absoluten Titelkandidaten – und die Torwartfrage ist die Geschichte, die die gesamte Vorbereitung begleitet hat. Denn Neuer, der nach der EURO 2024 seinen internationalen Rücktritt erklärt hatte, kehrt mit 40 Jahren zurück. Deutschland trifft in Gruppe E auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador.
Manuel Neuer tritt bei seiner fünften Weltmeisterschaft an. Er hat nach der EURO 2024, bei der Deutschland im Viertelfinale gegen Spanien ausschied, seinen Rücktritt vom Nationalteam erklärt. Noch im Februar 2026 stellte er klar, dass ein Comeback kein Thema sei. Dann kam es doch anders.
Was ihn zurückgebracht hat, sind schlicht seine Leistungen. In der Saison 2025/26 stand er in 22 Bundesligaspielen und führte Bayern München zur deutschen Meisterschaft sowie zum DFB-Pokal – sein 13. Meistertitel, sein siebter Pokalsieg, beides Bundesligarekord. Besonders sein Champions-League-Abend gegen Real Madrid wurde medial vielfach besprochen. Nagelsmann sah genug. Er rief an, Neuer sagte zu – und erklärte öffentlich, dieser Moment fühle sich nach dem wichtigsten Ja seiner Karriere an.
Was Neuer von fast allem anderen trennt, ist die Kombination, die er repräsentiert: Er hat den modernen Torwart als Feldspieler erfunden, das Konzept des Sweeper Keepers in die Weltspitze gebracht und dabei 124 Länderspiele, einen Weltmeistertitel 2014, zwei Champions-League-Titel, 246 Bundesliga-Partien zu null und unzählige weitere Rekorde gesammelt. Sein Vertrag bei Bayern läuft bis 2027. Nagelsmann war eindeutig: Neuer ist die Nummer eins.
Die Entscheidung war nicht unumstritten – Oliver Baumann hatte die gesamte Qualifikation bestritten und keinen Fehler gemacht. Markus Babbel kritisierte Nagelsmanns Kommunikation öffentlich scharf. Matthias Sammer verteidigte die Entscheidung. Das Land diskutiert – der Keeper steht im Tor.
Manuel Neuer Torwarthandschuhe
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Baumann, ist einer der stillen Helden dieser WM-Geschichte. Jahrelang wartete er im Hintergrund – hinter Neuer, dann hinter ter Stegen. Erst Neuers Rücktritt nach der EURO 2024 und ter Stegens schwere Knieverletzung öffneten ihm die Tür. Baumann nutzte sie: In allen sechs WM-Qualifikationsspielen stand er zwischen den Pfosten, ließ kein einziges Gegentor zu und war als einziger DFB-Akteur jede Minute auf dem Platz. Im November 2025 qualifizierte er Deutschland im entscheidenden Spiel gegen die Slowakei und knackte wenige Tage später die Marke von 500 Bundesligaspielen – als erst fünfter Torwart überhaupt.
Sein Torwarttrainer Michael Rechner, heute beim FC Bayern, verglich ihn einmal mit Rafael Nadal: einer, der durch Konstanz, nicht durch Spektakel überzeugt. Baumann hat nie einen Vereinstitel gewonnen – ist aber seit über einem Jahrzehnt einer der verlässlichsten Keeper der Bundesliga. Die Nachricht, dass Neuer zurückkehrt und ihm den Stammplatz nimmt, traf ihn als Nummer eins. Nagelsmann rief persönlich an. Baumann akzeptierte. Er reist als Nummer zwei – und verdient mehr Anerkennung, als er in diesen Tagen bekommt.
Oliver Baumann Torwarthandschuhe
Nübel ist der dritte Keeper und derjenige mit der vielleicht interessantesten Zukunftsfrage. Sein Weg: SC Paderborn-Jugend, FC Schalke 04, wo er 2020 als Kapitän und Stammkeeper die Bundesliga prägte, dann Bayern München, wo er hinter Neuer keine Spielzeit sah. Nach einer Leihe zu AS Monaco in der Ligue 1 wechselte er 2023 zu seinem aktuellen Verein, dem VfB Stuttgart. Dort lieferte er drei starke Saisons: In 2025/26 stand er in allen 34 Bundesligaspielen, parierte 112 Schüsse und hält statistisch die besseren Ligawerte als Baumann. Stuttgart gewann 2025 den DFB-Pokal, Nübel war ein wesentlicher Grund dafür.